Hofer Ernst ( Trainer und aktiver Kämpfer)

 

Bild: Bundeligasieger 2003 in Stasswalchen

Ich bin durch meinen um
11 Jahre älteren Bruder
(der noch immer gemeinsam
mit seinem Sohn in der Landesliga kämpft)
zum Judo gekommen.

Vorerst war es für mich,
( der erst mit 14 ½ Jahren begann )
vorrangig, auch so viele Pokale
und Medaillen wie er zu „erraufen“.

 

 

Ich spielte vorher begeistert Fußball und Faustball.
Technisch war ich nie sehr gut und körperlich immer einer der Kleinsten,
war aber meistens der Schnellste und der Kämpferischste.

Das Judotraining faszinierte mich von Anfang an.
Vor allem konnte ich dort meine Energien voll und ganz abbauen.
Ein weiterer positiver Aspekt war für mich das familiäre Umfeld
und die vielen großen Vorbilder (Reiter Pepi, Praher Klaus,…)
mit denen ich gemeinsam trainieren durfte und die mir auch abseits der Matte
das Gefühl gaben ein wichtiger Bestandteil des Vereins zu sein.
Auch verstanden es meine Trainer, vor allem aber Makula Johann
sehr gut meinen Ergeiz anzustacheln und mich an den Leistungssport heranzuführen.

Judo ist eine sehr komplexe Sportart, die den Körper sehr harmonisch ausbildet.
Neben einer gewissen Grundschnelligkeit und Beweglichkeit
sind das richtige Maß an Kraft und Ausdauer von Nöten.
Aber es ist abseits der körperlichen Vielseitigkeit ein gehörige Portion Mut
den man braucht um sich einem Kampf zu stellen.
Wenn man einem vermeintlich Stärkeren gegenübersteht und diesen besiegen konnte,
so ist dies ein sehr gutes Gefühl, das nur schwer zu beschreiben ist.
Ebenso ist das Verlieren eine Disziplin die es gilt zu erlernen.
Denn man steht alleine auf der Matte und ist selbst verantwortlich
für die Niederlage und kann sich nicht auf andere Ausreden.

Der Sport generell und ich Glaube, im Besonderen Judo
lehrt den Respekt vor dem anderen in spielerischer Weise.
Vor allem deshalb ist Judo wie schon der Begründer der Sportart
Jigoro Kano meinte ein Spiegelbild des Lebens.

Durch Judo habe ich sehr viele interessante Persönlichkeiten
kennen und schätzen gelernt und im Rahmen
der Nationalmannschaft bzw. des Vereins sehr viele Länder bereisen können.
Judo prägte und prägt dadurch mein Leben.
Als Trainer versuche ich nun jene Werte zu vermitteln die ich oben kurz angesprochen habe.
Neben dem Anspruch Kinder an den Leistungssport heranzuführen
habe ich im Laufe meiner Trainertätigkeit aber auch gelernt
das Judo einfach nur zum Spaß ausgeübt werden kann.
Die körperlichen Auseinandersetzungen mit Partnern wie
Ringen, Rangeln usw. gehören nun einmal zu den natürlichen Bedürfnissen
eines jeden Kindes und sollte meiner Meinung nach von
Erwachsenen nicht unterbunden werden.
Den Kindern wird durch Judo ermöglicht aufgestaute Aggressionen abzulassen,
ohne sich oder jemand anderen zu gefährden.
Im Gegenteil, zum Erlernen gewisser Techniken ist die
Schulung des Verantwortungsgefühles gegenüber dem Partner die wesentlichste Voraussetzung.